Samstag, 13. Oktober 2018, 20 Uhr

Entartete Musik 1918 - 1938

Von der zweiten Wiener Schule bis zum Politischen Lied der Weimarer Republik, 1918 - 1938

Die Einführung zu diesem Konzert hält Frau Karin Wagner (Musikuniversität Wien) - eine ausgewiesene Spezialistin für die sogenannte "Entartete Musik"


Zurückgekehrt vom Kriegsdienst gründet der jüdische Komponist Arnold Schönberg 1918 in Wien den Verein für musikalische Privataufführungen. Ziel war es, den Künstlern und Kunstschaffenden eine besonders genaue Kenntnis der damals modernen Musik zu verschaffen. Um den bereits beginnenden antisemitischen Anfeindungen und anderen Missfallensbekundungen zu entgehen, fanden die Konzerte unter Ausschluss der Öffentlichkeit jeden Freitag im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses statt. Einführende Werkbesprechungen und mehrmalige Wiederholungen der Kompositionen sollten das Verständnis bei den Zuhörern erhöhen.

 

Zahlreiche Kompositionen von Schülern Schönbergs - Mitgliedern der sogenannten Wiener Schule - erklangen in dieser Reihe.

 

Einen völlig anderen musikalischen Weg ging Hanns Eisler: Zunächst Schüler von Schönberg, traf er in Berlin auf Bertolt Brecht und wurde zu seinem engen künstlerischen Weggefährten. Zunächst noch in Deutschland, dann im dänischen und später im amerikanischen Exil verfassten die beiden systemkritische Lieder höchster politischer Sprengkraft.

 

Im Rahmen der Reichsmusiktage 1938 in Düsseldorf organisierten die Nationalsozialisten eine Ausstellung unter dem Titel "Entartete Musik", in der gegen Jazz, Neue Musik und jüdische Künstler polemisiert wurde.

 

Das Kulturraum-Ensemble präsentiert an diesem Abend sowohl Werke der Wiener Schule als auch bereits vom Jazz beeinflusste Musik und möchte so einen Überblick über diese besonders facettenreiche und spannende Musikepoche schaffen. Ergänzt werden die Musikstücke durch zeitgenössische Texte, gelesen und gesungen von der jungen österreichischen Schauspielerin Andrea Bröderbauer. 


Kulturraum Ensemble

Andrea Bröderbauer - Stimme

Werner Neugebauer - Violine

Markus Springer - Klarinette

Gerhard Hofer - Klavier


Werke von Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton von Webern, Igor Strawinsky, Hanns Eisler und deren Zeitgenossen.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Gedenkjahres 1918/1938 in Kooperation mit dem Museumsverein Marchtrenk - Welser Heide statt.

 

Eintritt: 15 Euro, Kinder und Jugendliche frei


Karin Wagner

Karin Wagner (c) Margit Harruk
Karin Wagner (c) Margit Harruk

zentrales künstlerisches Fach Klavier, Klavier Pflichtfach, Klavier für andere Instrumente und Gesang, Schwerpunkt, Begleitpraxis, Instrumentalpraktikum, Lehrpraxis, Didaktik

 

Geboren in Klagenfurt. Studierte Klavier am Bruckner Konservatorium Linz und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, dort Diplom mit Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft.

 

Konzerttätigkeit als Kammermusikerin. Langjährige Unterrichtstätigkeit im OÖ Landesmusikschulwerk, seit 2001 Unterrichtstätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Rege Tätigkeit als Dozentin im Rahmen der LehrerInnenfortbildung in Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen im In- und Ausland.

 

Doktoratsstudium mit Dissertationsgebiet Musikwissenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am Institut für Musikgeschichte mit dem Zweitfach Zeitgeschichte an der Universität Wien. Forschungsaufenthalte in Los Angeles. Publikation der ersten deutschsprachigen Biographie zum Exilkomponisten Eric Zeisl (Czernin), Folgepublikationen zum Themenfeld (u.a. Czernin, Böhlau), Publikation der weltweit ersten Biographie zum Exilkomponisten Hugo Kauder (Böhlau). Kuratorentätigkeit für das Jüdische Museum Wien, die OÖ Landesausstellung oder Linz Kulturhauptstadt 09. Wiederholt Referentin bei Internationalen Wissenschaftlichen Konferenzen und Symposia. Vortragstätigkeit und Konzertmoderation.


Andrea Bröderbauer

Andrea Bröderbauer (c) Nathalie Bauer
Andrea Bröderbauer (c) Nathalie Bauer

Geboren und aufgewachsen im Mühlviertel, studierte Andrea Bröderbauer in Graz Schauspiel und sammelte am dortigen Schauspielhaus auch ihre ersten Bühnenerfahrungen, ehe sie dann unter der Intendanz von Claus Peymann am Berliner Ensemble spielte und im Frühling 2009 von Michael Schottenberg zurück nach Österreich ans Wiener Volkstheater geholt wurde.

 

Dort spielte sie sieben Saisonen lang den Spielplan deutscher Literatur rauf und runter und durfte sich in unterschiedlichen Genren und Rollen ausleben.

 

Im Sommer 2015 brach sie dann ihre Zelte in Wien ab, um sich zurück in Oberösterreich ihrer zweiten Leidenschaft - dem SHIATSU - zu widmen und Menschen helfen zu lernen, sich selbst zu helfen.

 

Seit Sommer 2017 kam nun eine dritte große Leidenschaft namens Moritz hinzu, die ordentlich auf Trab hält.

 

Andrea Bröderbauer tanzt, singt, liebt und lebt mit ihrer Familie in Feldkirchen.


Gerhard Hofer

Gerhard Hofer (c) Johann Wimmer, W+K Fotografie
Gerhard Hofer (c) Johann Wimmer, W+K Fotografie

Gerhard Hofer, geboren 1969 in Wels. Von 1984 bis 1991 Klavierstudium am Brucknerkonservatorium Linz, anschließend an der Musikuniversität in Wien, 1993 Diplomprüfung in Klavierpädagogik mit Auszeichnung.

Danach Konzertfachstudium Klavierkammermusik am Mozarteum Salzburg bei den Professoren Erika Frieser, Andor Losonczy, Christoph Lieske und Claudius Tanski, Diplom 2000. Von 2015 bis 2017 Studium des postgradualen Universitätslehrgangs "Musikvermittlung - Musik im Kontext" an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Abschluss mit Auszeichnung.

 

1994 Würdigungspreis des Bundesministeriums, Meisterkurse bei Alexander Jenner und Altenberg-Trio Wien. Konzerte als Solist, Kammermusikpartner und Liedbegleiter im In- und Ausland, u. a. mit den Festival Strings Lucerne, der Klarinettistin Sharon Kam, dem Mozarteum Quartett Salzburg, dem Koehne Quartett, dem Ensemble Spektren und im Klavierduo mit Dino Sequi.

 

2006 Debüt im Musikverein Wien mit dem Wiener Concert-Verein, Interpret zahlreicher Uraufführungen, mehrere CD-Produktionen mit zeitgenössischer Klaviermusik. Jahrelange Erfahrung als Juror bei nationalen Klavierwettbewerben.

 

Seit 1989 Unterrichtstätigkeit an der Landesmusikschule Marchtrenk, von 2001 bis 2015 Fachgruppenleiter für Tasteninstrumente im oö. Landesmusikschulwerk, seit 2014 Direktor der Landesmusikschule Schwanenstadt.


Werner Neugebauer

Werner Neugebauer (c) Evelyn Lynam
Werner Neugebauer (c) Evelyn Lynam

Werner Neugebauer, geb. 1967 in Graz, erhielt seine musikalische Ausbildung zunächst an der Musikschule der Stadt Linz, das Konzertfachstudium absolvierte er mit Auszeichnung bei Prof. Irmgard Gahl am Salzburger Mozarteum.

 

Es folgte ein Postgraduate Studium an der Wiener Musikhochschule bei Prof. Ernst Kovacic.

 

Wichtige Lehrer im Bereich der historischen Aufführungspraxis waren auch Nikolaus Harnoncourt und Hiro Kurosaki.

 

1993 wurde Werner Neugebauer Mitglied in der Camerata Salzburg, damals unter Sandor Vegh. Mehrere hundert Konzerte mit diesem Ensemble in zahlreichen bedeutenden Konzertsälen in aller Welt und die damit verbundene Zusammenarbeit mit führenden Dirigenten und Solisten stellen bis heute eine Quelle musikalischer Inspiration dar.

 

Daneben spielte Werner Neugebauer auch in stilistisch spezialisierten Ensembles, die Bandbreite reicht von Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt bis hin zum Klangforum Wien und dem ÖENM.

 

Seit 1998 ist Werner Neugebauer Mitglied im Hyperion Ensemble. Ein eigener Kammermusikzyklus bei der Stiftung Mozarteum war der Start zu einer umfangreichen Konzerttätigkeit mit diesem Ensemble in vielen Ländern Europas, Lateinamerikas und in den USA. Auftritte u. a. in der Yale University, im Beethovenhaus Bonn, bei der Styriarte, im Wiener Konzerthaus und im Wiener Musikverein.

 

Auf zahlreichen Kammermusikfestivals spielte Werner Neugebauer mit Musikern wie Benjamin Schmid, Radovan Vlatkovic, Wolfgang Brunner, Giuliano Carmignola, Pepe Romero, Sergio Azzolini, Lukas Hagen u.v.a.

 

2009 Gründung der Formation "Ensemble Scaramouche", Kammermusik mit Schwerpunkt Wiener Klassik im Klang ihrer Zeit.

 

Seit 2013 bildet das Klaviertrio "Trio Fontaine" einen wichtigen Schwerpunkt der kammermusikalischen Arbeit.

 

Unterrichtstätigkeit an der Universität Mozarteum seit 1993, im Jahr 2005/06 zusätzlich an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz.


Kulturraum Alte Kirche Marchtrenk | Alte Pfarrkirche Marchtrenk | Welser Straße 15 | 4614 Marchtrenk